Skispringen und Nordische Kombination - Berichte

Bericht vom Internationalen Skispringen in Degenfeld/GER - HS 88 - am 21.02.2010 (c) D. Richter

Durch eine eMail des Herrn Ziegler vom SC Degenfeld erfuhr ich, dass am 21.02.2010 ein Skispringen in Degenfeld stattfinden sollte. Da Degenfeld von mir aus nur 50 min entfernt liegt, war es selbstverständlich, dass wir hinmussten.

Die Schanze selbst sah schon richtig toll aus. Sie war auch perfekt präpariert. Schon vor 2 Wochen hatte man damit begonnen, die Schanze zudem zu machen, was sie letztlich war: perfekt präpariert eben.

Es waren so um die 50 Teilnehmer am Start. Die bekanntesten Leute waren Christian Ulmer vom SC Wiesensteig sowie aus der Damenriege Anna Rupprecht, Carina Vogt und Melanie Faißt. Diese 3 Damen springen auch bei Internationalen Damenbewerben vorne mit. Eine 4. Dame war ebenfalls mit von der Partie: Franziska Keller. Die 12-jährige hatte erst einen Tag vor dem Wettkampf ihren ersten Sprung von einer so großen Schanze gewagt. Zuvor sprang sie im Sommer von einer K 70 und im Winter von einer K 50. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die mutige Degenfelderin mit ihren beiden Teamkollegen Anna Rupprecht und Carina Vogt ebenfalls bei Internationalen Damenbewerben mitspringen wird. Aber auch 7 Teilnehmer aus Polen waren den weiten Weg angereist, um dabei zu sein. Ein Österreicher sprang auch mit: Lukas Bergmann vom WSV Eisenerz. Aber auch die Talentschmiede Degenfeld hatte etliche Sportler am Start. So sprangen auch die Brüder Jan und Axel Mayländer sowie deren Cousin Dominik Mayländer mit. Insgesamt gibt es 5 springende Mayländers. Einmal Stefan (springt nur noch sehr selten), Jan und Axel und in der anderen Familie ihre Cousins Dominik und Sven. (Danke für die Info von Beate Keller)

Nun gut, es war schon ein wenig beschwerlich, die Schanze hochzukommen. Wir liefen rechts an der Bande hoch und ich muss sagen: OH MEIN GOTT. Aber wir kamen heile oben an. Der Anlauf selbst war auch echt heiß. Der Anlauf war echt richtig lang und hatte beim Wettkampf mit den Schmelztemperaturen ein klein wenig zu kämpfen, so dass man hier und da ein wenig daran arbeiten musste.

Zuschauer waren echt viele da. Über 2000 Zuschauer waren das garantiert. Diese standen überall. Es gab ein Dixi-Clo und 3 Fressbuden. Was braucht man mehr? Degenfeld war echt eine Reise wert.

Bericht von den World Winter Master Games in Slovenien vom 25.01.2010 bis 31.01.2010 (c) D. Richter

Direkt nach dem Wettkampf der Nordischen Kombinierer in Goldegg ging es für uns weiter nach Naklo, einem kleinen Ort, der 5 km von Kranj entfernt liegt und in dem auch unser Hotel sich befand.

Die Anreise war beschwerlich. Wir mussten insgesamt 30 km durch irgendwelche Tunnels fahren, die teilweise ganz schön teuer waren. Ingesamt haben wir für die Hin- und Rückreise Maut- und Tunnelgebühren i.H.v. sagenhaften EUR 55,00 berappen müssen. Es wird wirklich Zeit, dass auch die Ausländer, die zu uns ins Land kommen, Maut zahlen! Wir tun es ja schließlich auch, wenn wir ins benachbarte Ausland reisen.. Die Anreise nach Naklo betrug insgesamt 7,5 Stunden, zurück zu benötigten wir nur 6 Stunden bei perfekten Straßen- und Wetterbedingungen.

Wie auch immer: Unser Hotel war absolut super geil!! Das Hotel Marinsek hatte wirklich alles zu bieten: Flachbildfernseher im Zimmer, moderne Musik im Gang, Internetanschluss im ganzen Hotel, eine Pizzeria und sogar eine Bowlingbahn, die meistens sehr gut besucht war. Außerdem hatten wir auch einige russische und kasachische Sportler im Hotel, was mich natürlich keineswegs störte.

Gesprungen wurde in Kranj und in Ziri. Kranj selbst war ja in der Nähe, aber nach der Ziri fuhren wir jeden Tag ca. 50 Minuten hin und dann auch wieder zurück. Die Schanzen von Kranj und von Ziri waren echt richtig, richtig toll und natürlich toll präpariert. Es gab keine wilden Stürze und auch die Teilnehmer waren froh, dort zu sein.

Ein Teilnehmer sorgte immer für einen Massenauflauf: Matti Nykänen sprang mit!!! Sicherlich ist kaum jemand davon angetan, wie er sein Leben führt und insbesondere was an Weihnachten 2009 geschehen war, dennoch wurde er herzlich aufgenommen, vorallem von seinen Teamkollegen. Auch der Großteil der anderen Skispringer freute sich, dass er da war. Ich hatte an dem ersten Tag seines Trainings eher zufällig seine Mütze aus seinem Fanshop angezogen, die er richtig gut fand. Ein extra mit ihm angereister Kameramann, der eine Reportage für das finnische Fernsehen von ihm drehte, fand meine Mütze auch gut und filmte mich. Genau wie viele andere Leute ließ ich es mir auch nicht nehmen, ein gemeinsames Foto mit ihm machen zu lassen.

Naja, die Organisation war ok. Nun ja, es wäre echt nett gewesen, wenn am 1. Abend der Shuttlebus zur Eröffnungsfeier gekommen wäre, aber da die Feier nicht wirklich toll gewesen sein soll (laut Meinungen derer, die dort waren), hielt sich meine Enttäuschung in Grenzen. Aber dadurch, dass der Shuttlebus nicht kam, lernten wir einen älteren Russen kennen, der von der K 100-Schanze sprang. Respekt!! Sein jüngerer Kollege sorgte für die Unterhaltung, während wir auf den Bus warteten..

So im Großen und Ganzen fand ich es eigentlich richtig schön. Klar ging in der Organisation auch einiges schief, aber nun ja, es gibt Schlimmeres und in der Hauptsache war doch alles sehr gut geplant und vorallem die Schanzen gut präpariert.

Bericht vom COC-Bewerb in Bischofshofen/AUT am 23.01.2010 und 24.01.2010 (c) D. Richter

Erneut ging es für uns nach Bischofshofen zum COC der Nordischen Kombinierer und der Skispringer. Meine Enttäuschung über den Ort Bischofshofen wuchs. Am Freitag Abend sind wir noch durch den Ort geloffen. Dort sahen wir viele kaputte Typen und aufgetakelte Tussen. Immerhin unsere Unterkunft war schön und auch die Schanzenanlage ist total super.

Am Samstag vormittag sprangen die Nordischen Kombinierer insgesamt 4 Mal von der Schanze. Im Anschluss daran ging es zum Langlauf nach Goldegg, einem wirklich wunderschönen Skiparadies. Den Weg zur Loipe erklärte uns irgendein Franzose (Springer oder Trainer?). Beim Langlauf selbst waren wie auch beim Skispringen kaum Zuschauer. Der Langlauf war wirklich spannend. Es gewann Benjamin Kreiner aus Österreich. Im Anschluss an diesen Langlauf-Bewerb sind wir zurück nach Bischofshofen gefahren. Dort war tote Hose und das, obwohl eine halbe Stunde später bereits das Training begann. Insgesamt bekamen wir an diesem Abend 4 Durchgänge zu sehen, was bei dem kalten Wetter nicht so angenehm war. Dennoch war es ein total spannender Wettkampf, den der Österreicher David Unterberger für sich entschied.

Am Sonntag überschnitt sich leider der Langlauf mit dem Wettkampf der Spezialspringer. Wir haben uns für den Langlaufbewerb entschieden und es nicht bereut.

Bericht vom COC-Bewerb in Titisee-Neustadt am 16.01.2010 und 17.01.2010 (c) D. Richter

Der 2. Wettkampf für diese Saison stand an. Es war der COC im Skispringen und der Nordischen Kombination.

Am Samstag fanden ab 9 Uhr die Sprüngläufe der Nordischen Kombinierer statt. Es waren kaum Fans da, was ich ja echt schade finde. Erst als die Spezies 3 Stunden später kamen, sah man das ein oder andere bekannte Fangesicht wieder. Leider fand der Lauf zum selben Zeitpunkt wie das Training von den Spezialspringern statt und so entschlossen wir uns, an diesem Tag die Spezies zu betrachten, um uns dann am Sonntag voll und ganz den Kombinierern zu widmen. Bei den Spezialspringern staunte ich nicht schlecht, als ich den Namen Maksim Anisimov las. Hatte er nicht offiziell vor 2 Jahren aufgehört, weil er mit seinem damaligen Trainer unzufrieden war? Nicht nur er war am Start, sondern echt viele Sportler, die ich gar nicht kannte... Gewonnen hatte den Sprungbewerb Michael Hayböck aus Österreich vor seinem Landsmann Björn Koch und dem Czechen Borek Sedlak.

Am Sonntag freute ich mich dann diebisch auf die Kombinierer. Allerdings ein Blick aus dem Fenster versprach nichts Gutes: Regen und Wind... Auch an der Schanze sah es nicht besser aus. Also standen wir oben an der Schanze herum und warteten - wie die Kombinierer auch - auf den Start des Wettkampfes. Das war eigentlich auch sehr nett und man konnte sich dann mit dem ein oder anderen unterhalten. Gesprungen werden konnte jedoch nicht, weil der Wind erstmal nicht nachließ. Echt ätzend, dachte ich mir so. Ich hatte mich wirklich auf den Langlauf gefreut gehabt.

Gegen Mittag fand dann ein fliegender Wechsel statt. Die Nokos fuhren nach stundenlangem Warten weiter zum nächsten Wettkampfort, während nun die Spezialspringer Einzug hielten. Zwischenzeitlich waren echt viele Mädchen-Gruppen nach oben gekommen, die grüppchenweise vor dem ein oder anderem Springerhaus heraumstanden. Es war schön zu sehen, dass die freundlichen Kasachen auch ihre Fans haben und mit diesen eine wilde Schneeballschlacht veranstalteten... Tja, leider musste auch dieser Wettkampf nach mehrmaligem Verschieben abgesagt werden. Echt schade, da sich die Veranstalter ja echt viel Mühe gegeben habe.

Bericht vom Damenspringen in Baiersbronn am 02.01.2010 und 03.01.2010 (c) D. Richter

Endlich stand nach vielen Monaten wieder ein Skisprungbewerb bei mir an. Nach Baiersbronn in den Schwarzwald sollte es gehen. Am 01.01.2010 ging es nach einer geruhsamen Nacht los. Die Autofahrt stellte sich als problemlos dar. Spektakulär und erwähnenswert war jedoch dieser rießige Vogel auf der Autobahn, wegen dem das Auto vor mir scharf bremsen mußte. Zum Glück bewegte sich dieses Federvieh schnell weg und entkam um Haaresbreite dem Auto, was auf der Überholspur an mir vorbeiraste. So kam es nicht zur Massenkarambolage.

In Baiersbronn angekommen fragten wir an der Tanke nach dem Weg. Zum Glück kannte der Herr unsere Unterkunft. Da es an dem Tag regnete, sahen wir uns eben das Springen aus Innsbruck im Fernsehen an.

Am 02.01.2010 fuhren wir zeitig zur Schanze hoch. Von Baiersbronn-Ort aus sind es ca. 15 km hoch zur Schanze, die im Ruhetal liegt. Ich selbst muss bei beschneiten Straßen, schon gar nicht wenn es Pässe hinaufgeht, nicht rasen. So hatten einige arme Schweine das Pech, dass sie bei 30-50 km/h hinter mir herfahren mussten. Aber was solls. Lieber heil ankommen, als die Pistensau zu spielen. Das Leben ist hierfür schlicht weg zu kurz. Oben in Schanzennähe befinden sich Schlitten- und Skihänge. Tja, da das Training schon begonnen hatte, konnten wir gleich mit dem Fotografieren loslegen. Der 2. Trainingsdurchgang fand nicht statt. Aufgrund des in der Nacht gefallenen Neuschnees und der nicht perfekt präparierten Schanze kamen etliche Skispringerinnen zum Sturz. In der sehr langen Pause wurde die Schanze dann gründlichst durchgetreten.

Naja, wir sind dann die Schanze hochgeklettert und haben einige Features von oben gemacht, dann gab es noch lecker Essen zu kaufen und die Sportlerinnen machten sich ja schließlich auch warm. Langeweile kam jedenfalls nicht auf.

Als der Bewerb losging, waren dann auch relativ viele Zuschauer da. Aber irgendwie habe ich so die üblichen weiblichen "Skisprungfans" vermisst, die man sonst oft bei Bewerben der Männer sieht. Entweder waren wirklich alle von denen in Innsbruck oder fanden den Damenbewerb nicht interessant genug. Wie auch immer, uns hat es total gut gefallen.

Den 1. Bewerb in Baiersbronn gewann die Deutsche Carina Vogt vom SC Degenfeld. Am Abend fand in der Eishalle noch eine Siegerehrung mit Vorstellungen der Teams statt. Das Event war um halb 8 angesetzt. Um halb 8 jedoch zeigten junge Eiskunstläufer eine dreiviertel Stunde lang ihr Können. Ganz ehrlich: Ich war nicht die Einzigste, die nach einer halben Stunde eigentlich genug gesehen hatte. Natürlich war es toll, was die jungen Eisläufer zeigten, keine Frage. Aber es dauerte einfach zu lang. Einige Skispringerinnen liesen zu Recht den Spruch fallen: "Warum soll ich da so lange zuschauen, die schauen uns ja auch nicht zu, wenn wir springen." Im Anschluss an diese Eislaufgale zeigten noch Lisa Demetz aus Italien und Anja Tepec aus Slovenien, dass sie nicht nur gute Skispringernnen sind, sondern auch gut eislaufen können. Die Siegerehrung fand dann auf dem Eis statt. Die Fotografen stellten sich dann natürlich auch aufs Eis. Mir wären ja fast die Füße abgefroren, da ich natürlich nur dünne Turnschuhe anhatte.

Der Bewerb am 03.01.2010 fand leider erst um halb 2 Mittags statt. Vormittags war auch kein Training. Also sind wir Schlitten gefahren.

Bei perfekten Bedingungen konnte diesmal die Österreicherin Daniela Iraschko den Bewerb für sich entscheiden und somit ihre Führung in der Gesamtwertung ausweiten. Anette Sagen aus Norwegen erreichte Platz 3 vor Ulrike Grässler aus Deutschland. Ulrike Grässler hatte den Probedurchgang ausgelassen. Der Wettkampf war um halb 5 zu Ende. Diejenigen Leute, die eine weitere Reise nach Hause hatten, hätten sich natürlich gewünscht, dass man nicht so ewig spät erst mit dem Bewerb beginnt, sondern vielleicht sogar schon am späten Vormittag. Es war trotzdem super gewesen und letztlich kam ja doch jeder daheim an, wenn auch spät.