Startseite Hinter den Kulissen/Hintergrundberichte
Bericht aus Willingen vom WC-Skispringen vom 09.-11.02.07 (Manuela Steinki)


Skispringen in Willingen - das ist immer ein Erlebnis für sich und unterscheidet sich nochmals von den anderen Weltcupspringen in Deutschland.
Wenn die Adler in Willingen von der Mühlenkopfschanze fliegen, heisst es für viele Besucher einfach nur Partytime. Man merkt das an dem gut gefüllten Zelt neben der Schanze (die Live-Musik war aber wirklich recht gut) und den überfüllten Kneipen im Ort. Die Zeiten des Skisprung-Booms in Deutschland sind vorbei, aber auch dieses Mal kam ein bunt gemischtes Publikum zur Qualifikation sowie zu den beiden Weltcup-Springen an die Schanze. Auch der heftige Regen hielt die Fans nicht ab, schon kurz nach Toröffnung standen am Sonntag die Hardcore-Fans in der ersten Reihe - teilweise ohne Schirm und Regenjacke!!
58 Springer aus 15 Nationen traten am Freitag in der Quali an. Adam Malysz verzichtete auf seine Trainingsprünge und reiste erst am späten Abend an. Es siegte - trotz verkürztem Anlaufs - der Norweger Anders Jacobsen mit 141,5 m und 136,2 Punkten vor Dimitri Ipatov aus Russland (144 m; 134,7 Punkte) und Roar Ljoekelsoey aus Norwegen (139,5 m; 133,6 Punkte).
Besonderes Pech hatte der junge Mario Innauer, der im ersten Trainingsdurchgang 144,5 m (Tagesbestweite) gesprungen war, in der Qualifikation aber mit 91,5 m den schlechtesten Sprung zeigte und sich damit nicht für den Wettkampf am Samstag qualifizieren konnte.
Am Samstag erschwerte dicker Nebel den Zuschauern den Blick auf die Schanze, aber trotz allem herrschte eine fantastische Stimmung. Der erste Durchgang musste aufgrund zu grosser Weiten nach 12 Springern abgebrochen und neu gestartet werden. Besonders bei den deutschen Startern wurde es laut im Auslauf: 28.500 Zuschauer gaben ihr Bestes und schwenkten auch fleissig ihre schwarz-rot-goldenen Fahnen. Sie wurden belohnt, denn Michael Uhrmann überzeugte mit Sätzen auf 144 und 140 m und der Punktzahl 276,2 - und wird hoffentlich sein gutes Gefühl und seine gute Form mit zu den Weltmeisterschaften nach Sapporo nehmen.
Ein Supertag war es für die Norweger. Nicht nur, dass Anders Jacobsen siegte (148 und 139 m; 283,1 Punkte) - es landeten gleich vier Norweger unter den ersten Zehn.
Zum "Men of the day" wurde der Slowene Jernej Damjan gekürt, der überraschend den dritten Platz belegte. Scheint sich der Trainerwechsel schon auszuzahlen?
Am Sonntag waren einige Handballer aus dem Weltmeisterschaftsteam zu Gast in Willingen. "Mit dem Publikum kann man nur gewinnen", hatte Handball-Weltmeister Henning Fritz noch kurz vor Beginn des Wettkampfes gesagt - und wirklich, das deutsche Team belegte beim Mannschaftsspringen in der Besetzung Stephan Hocke, Tobias Bogner, Jörg Ritzerfeld und Michael Uhrmann den dritten Platz. Nach dem bisherigen Saisonverlauf hatte man das wirklich nicht erwartet und freute sich deshalb umso mehr.
Das Team aus Österreich gewann vor den Norwegern. Pech hatte das russische Team, da Dimitri Wassiliew im ersten Wertungsdurchgang stürzte und im zweiten Durchgang aufgrund von Wadenschmerzen nicht mehr an den Start gehen konnte. Das russische Team belegte daher den siebten Platz vor dem schwachen B-Team aus Finnland.
Anzumerken ist noch, dass Georg Späth nach mehrwöchiger Trainingspause in Willingen erstmals wieder einen Weltcup-Wettbewerb bestritt und zumindest im Training- und Probedurchgang eine aufsteigende Form zeigte.
Unter den Vorspringern waren auch Marko Gohlke aus Tabarz und Tobias Ostermann aus Wippra, die in Willingen ihre ersten Schneesprünge in diesem Winter machten. Sie wollten etwas Praxis bekommen, da sie in zwei Wochen an der in Hinterzarten hoffentlich stattfindenden Senioren-Weltmeisterschaften teilnehmen möchten.
Weitere Fotos gibt es hier:
Februar 2007: Willingen, WC 10./12.02.2007
Startseite Hinter den Kulissen/Hintergrundberichte