Bericht aus Kuusamo im November 2006 (Y. Gläser/Peggy Wulf)





Unser erster Saisonauftakt live sollte unter keinem guten Stern stehen, zumindest was gelungene Wettkämpfe angeht.
Schon als wir am Mittwoch ankamen, stürmte es was das Zeug hielt.
Am Donnerstag zur Qualifikation war es auch nicht viel besser, was aber die Springer nicht von ihrer Arbeit abbrachte. Unter ständig wechselnden Bedingungen und mit gut gelaunten Springern gingen 2 Trainingsdurchgänge und der Qualifikationsdurchgang (der auch als Training gewertet wurde) über die Bühne.
Am nächsten Morgen fand das Skisprungtraining der nordischen Kombinierer statt, was reibungslos von statten ging. Zuschauer waren nicht allzu viele vorhanden, was aber vielleicht auch daran lag, das zur selben Zeit die Langläufer trainierten.
Das Wetter war super und auch die Sportler waren sehr gut drauf, nur Gerd Siegmund schüttelte den Kopf, als man ihn fotografierte.
Nach dem unterhaltsamen Training der nordischen Kombination hofften nun alle auf ähnliche Bedingungen für die Spezialspringer. Aber als schon die Qualifikation abgebrochen wurde, wussten alle, es würde anders kommen. Bei extremem Schneefall wurde versucht auf Biegen und Brechen ein Springen durch zu ziehen, was jedoch in ein Glücksspiel ausartete und so gar nichts mehr von Fairness hatte. Fast alle Athleten beschwerten sich über eine stockende Spur und die XXXX (zensiert) schimpften wie die Rohrspatzen, hatten aber nicht genug Mumm, um einfach nicht zu springen. XXXX (zensiert) und XXXX (zensiert) wären der Jury am liebsten an den Hals gesprungen und von den Jungs selbst sah man zumeist ein sarkastisches Grinsen oder verbissene Mienen. Zuschauer waren auch viele da, aber die protestierten auch. Alle wollten lieber einen Abbruch als einen Wettkampf wie diesen. Doch bis zum Ende des ersten Durchgangs geschah nichts, ausser, dass die Springer reihenweise runterplumsten. Nach dem ersten Durchgang wurden die Springer noch einmal hoch gejagt, doch letzten Endes galt das Ergebnis des ersten Durchgangs und so gewann Arttu Lappi vor Simon Ammann und Anders Jacobsen, was die 3 natürlich freute.
Am Samstag dann das gleiche Bild. Gut gelaunte nordische Kombinierer hatten bei super Bedingungen einen top Wettkampf, der einiges zu bieten hatte. Nicht nur das Springen war spannend, auch beim Lauf war bis zur letzten Runde nicht klar, ob Manninen an Lamy Chappuis herankommen und ihn vielleicht überholen könnte... Die Sportler slebst waren sehr zufrieden mit den Bedingungen, obwohl es ganz schön kalt war! ;-)
Nur die Fotografen nahmen mal wieder keine Rücksicht auf Verluste, aber das kennt man ja.
Die Spezialspringer hatten wieder mal weniger Glück. Bei wechselnden Bedingungen wurde aus dem Qualifikationsdurchgang einmal mehr ein Trainingsdurchgang, was einigen Springern, die ihren Sprung versemmelten wieder zu guter Laune verhalf. So konnten sich alle auf den Wettkampf freuen. Doch der erste Durchgang wurde nach langem Überlegen und ständigem Hin und Her doch abgebrochen. Das war nicht schön, aber immer noch besser als ein Wettkampf wie am Vortag. Nachholen konnte man den Wettkampf auch nicht, da Sonntag früh um 7 Uhr die ersten Teams Kuusamo schon verliesen. Aber auch als wir Sonntag früh aufstanden ahnten wir schlimmes. Bei +2°C regnete es Bindfäden und als wir an der Schanze ankamen wurden unsere Ahnungen bestätigt. Der Wettkampf der nordischen Kombinierer, der für 9 Uhr (Training) angesetzt war, wurde abgesagt.
Aber dank der Karaoke Bars und Discos im Ort waren die Tage recht unterhaltsam, wobei auch der Aufenthalt an der Schanze nicht gerade langweilig war. Immerhin hatten wir vor Ort nocht 3x mehr Sprünge als ihr vor dem TV! ;-)
Nachsatz von Daniela Richter:
Die Partyabende in Ruka sind generell immer super. Nun ja, es fiel aber auch hier auf, dass einige der Trainer, Springer oder auch anderweitige Mitarbeiter bei den Bewerben nichts anbrennen liessen. Bei einigen Herren habe ich mich persönlich schon gefragt, wie viele verschiedene Frauen auf deren Matratzen gelegen haben mögen...
Einige der Discobesucher hatten vermutlich weniger Glück bei den Frauen. Bei den überwiegend äteren Herrschaften in den Lokalitäten war es fast schon schwer, jemand Junges zum Reden zu finden. Wie unser "zahnloser Tieger" letztlich abgeschnitten hat, wissen wir leider nicht. Dieser hat versucht, mit Komplimenten wie "You are so young and beautiful" unsere Herzen zu gewinnen, aber bis wir erstmal das Kompliment verstanden hatten verging auch seine Zeit. Sein nicht zu überriechernder Mundgeruch liess uns dann jedoch die Flucht antreten..
Der geilste Partyabend war von Sonntag auf Montag. In der Karaokebar beglückten uns nur wenige Finnen mit ihren Sangeskünsten. Dafür wurde umso mehr Techno und Dance gespielt. Bei dieser geilen Musik wurden dann sätliche Tische umfunktioniert zu Tanzflächen...
Im grossen und ganzen war es wieder super in Kuusamo. Diesmal waren wir übrigens schon eine Gruppe von 14 Leuten, die jedoch in verschiedenen Appartments oder Mökkis gewohnt haben.
Siegerehrung der Spezielspringer:
Platz 1: Arttu Lappi, Finnland
Platz 2: Simon Ammann, Schweiz
Platz 3: Anders Jacobsen, Norwegen

Siegerehrung der Kombinierer:
1. Platz: Jason LAMY CHAPPUIS, Frankreich
2. Hannu Manninen, Finnland
3. Sebastian Haseney, Deutschland
4. Magnus Moan, Norwegen
5. Anssi Koivuranta, Finnland
6. Christoph Bieler, Austria


Siegerehrung der Langläufer:
Platz 1: Eldar Roenning, Norwegen
Platz 2: Vincent Vittoz, Frankreich
Platz 3: Anders Soedergren, Schweden

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